Kleingärtnerverein Raichberg

Willkommen beim Kleingärtnerverein Raichberg e.V.

Unsere Gartenanlage besteht aus 91 Gärten und liegt, dem Stuttgarter Osten zugewandt, auf dem Raichberg. Unsere Mitglieder sind stolz auf Ihre Gärten und den herrlichen Ausblick auf Bad Cannstatt, den Wasen und weit ins Stuttgarter Umfeld.

 

Geschichte des Kleingärtnerverein Raichberg e.V.

Unser heutiges Vereinsgelände bestand anfänglich aus Wald und dem Abfahrtsgelände eines Sandsteinbruchs. An der Straße befand sich bereits die „Raichberghütte“, eine sogenannte Schutzhütte. In den letzten Kriegsjahren fiel das Gelände den Bomben zum Opfer. In einem Teil des Waldes wurde dann ein Kahlschlag durchgeführt und das Holz an die Bevölkerung verkauft.
Das dadurch entstandene Stockgelände wurde 1948 als Grabeland aufgeteilt und, in unserem Fall, dem damals existierenden Kleingärtnerverein Stuttgart-Ost zugeteilt.

Im Oktober 1950 hat das Liegenschaftsamt den Raichberg zur Daueranlage erklärt. Das Stadtmessungsamt hat 88 Dauergärten mit je ca. 3,3 ar eingemessen und 1,38 ha Land an das Forstamt zurückgegeben. Dieses wurde wieder aufgeforstet und zeigt sich zum heutigen Zeitpunkt als Wald über dem „Oberen Weg“, der die Grenze unserer Anlage darstellt.

Raichberg ca 1950

Die so gewonnenen Gärten erfreuten sich besonders bei den Arbeiterfamilien größter Nachfrage, die in der Umgebung des Gaskessels wohnten. Sie wollten dem Dreck und Gestank entfliehen und suchten nach Möglichkeiten, sich durch den Eigenanbau von Obst und Gemüse zusätzlich ernähren zu können.

Seit der Erklärung zur Daueranlage haben sich die Pächter vom Raichberg mit eigener Kassenführung praktisch selbst verwaltet. Der Initiative des Gartenfreundes Sebastian Beuter verdanken wir die Loslösung aus dem Verein Stuttgart-Ost.
Eine zum 04.08.1954 einberufene Versammlung, der der 59 Raichbergpächter anwesend waren, wurde zur eigentlichen Gründungsversammlung. Hierbei wurde Gartenfreund Eugen Auch zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Da der Raichberg nun eine eigenständige Dauergartenanlage war, mussten Arbeiten wie Wegebau, Umzäunung, Legen von Wasserleitungen, Anlage eines Lehrgartens sowie eines Spielplatzes in Angriff genommen werden.
Vom Liegenschaftsamt waren Pläne für eine einheitliche Bauweise der Gartenhäusle getroffen. Doch hat niemand mit Gartenfreund Laukemann gerechnet. Noch heute ist „Fritzchens Burg“ das einzige Gartenhaus mit Spitzdach in unserer Anlage.

Auch in Bezug auf Bodenverbesserung waren die damaligen Raichbergpächter auf ihre Ideen angewiesen. Für Kartoffeln war der Boden gut – aber die Rettichblätter lagen reglos am Boden. Dieses Problem wurde durch Eigenproduktionsdung und Klärschlamm vom Tiefbauamt gelöst, sodass wir heute eine blühende Oase im Stuttgarter Osten aufweisen können.

Die damalige Raichberg-Schutzhütte wurde als erstes zur Lagerung und zum Verkauf von Gärtnerbedarf verwendet. Im Jahr 1950 wurde die Holzhütte dann durch einen Massivbau ersetzt.
Im Sommer 1952 wurde dieser Bau dann kurzerhand in eine Kantine für die hart arbeitenden Pächter umfunktioniert. Bei den gemütlichen Treffen brachten dann auch des Öfteren einige Pächter musikalische Einlagen zu Gehör.

Allen Sorgen und Nöten zum Trotz verstanden es die Raichberggärtner auch Feste zu feiern. So fand das erste Sommernachtsfest vermutlich 1952 mit dem Abbrennen eines Scheiterhaufens statt. Dies war der Anfang unseres jährlich stattfindenden Sommerfestes.

Auf Betreiben des Gartenfreundes Beuler wurde dann im Jahr 1966 der Bau des heutigen Vereinsheimes in Angriff genommen. Da dies – wie damals üblich – in Eigenregie erfolgte, wurden die Stunden für die Gemeinschaftsarbeit von 3 auf 4 pro Monat erhöht. Nach über einem Jahr Bauzeit war es endlich soweit. Am 13.Mai 1967 wurde die Kantine, zärtlich „Ratzbutz“ genannt eingeweiht.

Blick auf Kantine "Ratzebutz"

Da unser Verein auch den Kontakt zu anderen Vereinen pflegte, waren zum Beispiel unsere Kinder auf einem eigens gestalteten Festwagen beim Galbenberger Festumzug dabei.

Festumzug

Auch unsere Raichbergfrauen, durch ihre Sangeskunst bekannt, trugen zu verschiedenen Gelegenheiten unser Raichberglied vor.

Raichbergfrauen

Ebenso wurden bei Festivitäten des Gablenberger Musikvereins die Arbeiter durch Mitglieder unseres Vereins unterstützt. Im Gegenzug dafür wurden wir bei unseren Festen musikalisch unterstützt.

Doch es wurde auch weiterhin kräftig in unserer Anlage gewurstelt. So wurde in 3-jähriger Gemeinschaftsarbeit eine 800 Meter lange Wasserleitung, die jeden Garten mit Frischwasser versorgt, gelegt. Die Fertigstellung dieses Mammutprojektes war 1973.

Neben dieser Arbeit wurde im Jahr 1970 die heutige Gartenwirtschaft und der am oberen Ende befindliche Pavillon aufgebaut. Dieser sollte unsere Kapelle „Die Raichbergspatzen“, bestehend aus den Herren Henzler, bolz, Wedeleit, Bodammer und Ottmüller, Schutz vor den Unberechenbarkeiten des Wetters geben. Die Einweihung wurde zusätzlich mit einem Lampionlauf der Kinder zum Sommerfest gefeiert.

Raichbergspatzen

Nicht einmal durch die Unwetterkatastrophe im August 1972 ließen sich die Raichberger beeindrucken. Obwohl einzelne Gärten sowie die Gemeinschaftseinrichtungen große Schäden genommen hatten, waren diese durch den Gemeinschaftsgeist bis zum Frühjahr 1973 wieder restlos beseitigt.

Die Raichbergspaten mit Horst Henzler, B.Bolz, H. Wedeleit, W. Bodammer, D.Ottmüller

Am 06.10.1979 begingen wir unser 25-jähriges Jubiläum im Fritz-Nanz-Heim in Stuttgart-Gablenberg. Neben der Vereinsgeschichte und Ehrungen wurden die Festgäste durch „Brigitte Henrich und Walter Stecher“ – bekannt auf Funk und Fernsehen unterhalten. Anschließend spielte die „Kapelle Horst Henzler“ zum Tanz auf.

25 jahre feier

Seit dem Jahr 1993 ist unser Vereinsheim als öffentliche Vereinsgaststätte anerkannt.

Neben den immer wiederkehrenden Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie der Pflege der gesamten Anlage wurde 1994 auf dem Gelände zwischen Kinderspielplatz und dem ehemaligen Lehrgarten ein Geräteschuppen erstellt. Dieser dient als Einstellmöglichkeit für die notwendigen Gerätschaften und Materialien, die für die Pflege des Vereins unerlässlich sind.

Im Jahr 1996 wurde der Küchenanbau an unsere Vereinsgaststätte genehmigt und dieser im darauffolgenden Jahr eröffnet. Nun ist es unserer Vereinswirt Frau Kost noch besser möglich, alle Gäste mit Ihren Köstlichkeiten zu verwöhnen, egal ob diese sich nun im Sommer in der Gartenwirtschaft oder im Winter im „Ratze“ eingefunden haben.

Vereinsmusiker seit 90er Jahre: M. Munz

2004 50-jähriges Jubiläum des Kleingärtnervereins Raichberg e.V. mit großer Feier in der Turn- und Festhalle der SKG Gablenberg.

Seit 2005 führt Gabi Dürrstein die Vereinsgaststätte und serviert schwäbische Spezialitäten.

2019 erhielten wir ein neues Dach für unser Vereinsheim.